Urkrainekrise

An Tuberkulose denken

Aktuell kommen viele Personen aus der Ukraine und Russland in die Schweiz. Beide Länder haben gegenüber der Schweiz eine 10-fach erhöhte Tuberkulose lnzidenz und gelten als Hochrisikoländer für multiresistente Tuberkulose (MDR-TB). Umso wichtiger ist es in der jetzigen Situation, an Tuberkulose zu denken.

Ukraine und Russland haben in den letzten Jahren – unter anderem durch die COVID-19 Pandemie – erhebliche Einschränkungen in der Gesundheitsversorgung erlebt. Es ist deshalb wichtig, bei Migrantinnen und Migranten aus diesen Ländern an Tuberkulose zu denken.

Viele der ankommenden Personen werden direkt in einer privaten Unterkunft untergebracht und durchlaufen damit nicht den normalen Asylprozess, welcher einen medizinischen Eintrittsprozess in einem Bundesasylzentrum beinhalten würde. Damit werden sie nicht explizit über mögliche Symptome von Tuberkulose informiert und es findet keine systematische Beratung durch Gesundheitsfachpersonen statt. Umso wichtiger ist es für Gesundheitsfachpersonen, an Tuberkulose zu denken.

lnformationen und Abläufe für Fachpersonen

Als Screening-Methode steht in der Schweiz die Befragung mit dem Online-Fragebogen «tb-screen» zur Verfügung. Dieses Instrument steht neu auch auf Ukrainisch zur Verfügung: www.tb-screen.ch.

Auf tbinfo.ch sind in diesem Zusammenhang die wichtigsten Informationen und Dokumente online verfügbar. Die Seite wird laufend mit den neusten Erkenntnissen aus den laufenden Abklärungen aktualisiert. Zusätzlich dazu stehen die kantonalen Behörden in engem Austausch mit dem SEM, BAG und weiteren Behörden, um die allgemeine Gesundheitsversorgung der ankommenden Personen zu gewährleisten.

Das Infoblatt für Fachpersonen gibt einen guten Überblick über die möglichen Massnahmen, die Fachpersonen ergreifen können und soll vor allem Grundversorger über die aktuelle Situation informieren.

Das FAQ Tuberkulose für Betroffene steht neu auch auf Ukrainisch zur Verfügung.

Für Fragen zu dieser Thematik steht das Kompetenzzentrum Tuberkulose unter tbinfo@lunq.ch oder telefonisch unter 031 378 20 50 zur Verfügung.